Die Geldwäsche mit Fußballspielen

Geldwäsche ist illegal und soll verschleiern, woher das Geld stammt, das weiß jeder. Doch wie funktioniert das und wie gehen die Kriminellen dabei vor? Wo kommt Geldwäsche bei Fußballspielen vor oder wer „wäscht Geld“ mit Fußballspielen? Dabei handelt es sich um einen dubiosen Kreislauf im Geldsystem.

Bei 30 Grad Buntwäsche ohne Schleudergang!

Nein, so einfach ist es nicht bzw. so funktioniert die Geldwäsche selbstverständlich nicht, denn diese ist doch ein wenig komplizierter. Damit die Verbrecher ihr illegal erworbenes Kapital „sauber“ bekommen, können sie die verschiedensten Wege nutzen. Dafür müssen sie allerdings ein wenig Arbeit auf sich nehmen: So werden nach Schätzungen des Bundesnachrichtendienstes allein in der EU rund 100 Milliarden Euro aus Drogengeschäften, illegaler Prostitution, Waffenhandel und Wettbetrügereien gewaschen. Um das Geld „legal“ werden zu lassen, nutzen die Kriminellen die verschiedensten Möglichkeiten und das in mehreren Stufen. Geldwäschen über Pizzerien, Bars und anderen Projekten sind bekannt, doch wie funktioniert die Geldwäsche im Fußball?

Bestechungen, Schmiergelder und Geldwäsche sind im Fußball weit verbreitet

Im Weltfußball sind Bestechung, Schmiergeld und Geldwäsche weit verbreitet und eine Anklageschrift der amerikanischen Behörden gab bereits tiefe Einblicke in die Machenschaften. Doch diese Einzelfälle sind erschreckend.

Die amerikanischen Behörden haben auf 161 Seiten ihrer Anklageschrift gegen 14 Beschuldigte ein erschreckendes Bild in Bezug auf die Korruption im Fußball gezeichnet. In der Anklageschrift werden die einzelnen Vorgänge genau aufgeschlüsselt, wie in dem Geflecht von Schmiergeldern, Bestechung und Geldwäsche die Summen steigen und immer mehr Funktionäre daran verdienen. Hier eine „kleine“ Auswahl:

  • Die Copa America

Das Unternehmen Traffic Brazil erwirbt 1986 die weltweiten Vermarktungsrechte für die Copa America – südamerikanische Meisterschaft. Der Conmebol-Präsident Nicolas Leoz forder fünf Jahre später für eine Verlängerung des Vertrags eine sechsstellige Summe an Schmiergeld. Ein Mitverschwörer hat die Zahlung einer sechsstelligen Summe in US-Dollar veranlasst auf ein Konto, dass Loez zugeschrieben wird. Loez erhält bis 2011 Zahlungen für jede Auflage des Turniers und diese erhöhen sich jedes Mal und erreichen einen Millionenbetrag. Für die vier Copa Americas von 2015 wurden bereits insgesamt Schmiergelder in Höhe von 110 Millionen US-Dollar für die weltweiten Vermarktungsrechte an elf Conmebol-Offizielle vereinbart.

  • Gold Cup

Hier wurde ein System wie bei der Copa America aufgebaut und das mit dem gleichen Mit-Verschwörer. 1996 erwirbt Traffic USA die Vermarktungsrechte für fünf Jahre für die Nord- und Mittelamerika-Meisterschaft. Hunderttausende Dollar fließen bis zum Turnier 2003 an den Concacaf-Präsidenten Jack Warner. Bei diesen Zahlungen wurde versucht, diese zu verschleiern, in dem sie über Mittelsmänner gingen. Der Warner Nachfolger Jeffrey Webb erhält 1,1 Millionen dafür, dass er die Zusage an Traffic USA gibt für die Rechte am Gold Cup und der Concacaf Champions League 2012. Für die Turniere im folgenden Jahr betrugen die Zahlungen bereits 2 Millionen.

  • Copa Libertadores

Auch hier hält Leoz um das Jahr 2000 die Hand auf und erhält von einem Mit-Verschwörer, bei der es sich um eine Sport-Marketing-Agentur handelt, Schmier- und Kick-back-Zahlungen für die Werberechte an der Königsklasse. Im Jahr 2006 weist Leoz den Mit-Verschwörer an, aus dem Werbekontrakt, der mit dem Conmebol besteht, mehr als 2 Millionen US-Dollar auf seine persönlichen Konten in der Schweiz und in Paraguay zu lenken.

  • Die brasilianische Nationalmannschaft

Aus den USA hat ein multinationaler Sport-Ausrüster die Ausrüsterechte 1996 erworben und für zehn Jahre satte 160 Millionen US-Dollar gezahlt. Daneben stimmt der Ausrüster zu, weitere 40 Millionen an die Tochter von Traffic Brasil zu zahlen. Davon fließen 50 % als Schmiergeld an die Mit-Verschwörer und eine weitere Person. Der Ausrüstervertrag wird 2002 vorzeitig aufgelöst.

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Die WM-Vergabe von 2010 an Süd-Afrika

220px-2010_FIFA_World_Cup_logo.svg GeldwäscheDer Concacaf Präsident Warner hat einem Mitverschwörer berichtet, dass hohe FIFA-Offizielle, sowie die südafrikanische Regierung und das südafrikanische Bieter Komitee bereit sei, eine Zahlung der südafrikanischen Regierung von 10 Millionen US-Dollar an die CFU zu arrangieren. Dadurch soll die „Afrikanische Diaspora unterstützt“ werden. Der erste Mitverschwörer versteht, dass er und Warner sowie ein weiterer Mitverschwörer für Südafrika als Gastgeber der WM 2010 stimmen sollen. Es wurde von Warner angedeutet, dass er das Angebot akzeptiert und dem ersten Mitverschwörer mitteilt, dass dieser eine Millionen US-Dollar weiterreichen soll.

Allerdings sollen diese Zahlungen nicht direkt aus den Regierungstöpfen kommen. Ein hochrangiger FIFA-Funktionär weist in drei Margen an, dass zehn Millionen US-Dollar von einem Schweizer FIFA-Konto auf ein US-Konto fließen. Letztendlich landet das Geld dann auf Konten in Trinidad und Tobago, die im Namen der karibischen Fußball-Union CFU und Concacaf bestehen und von Warner kontrolliert sind. Durch diese Geldwäsche bei den Mittelsmännern fließen Teile von dem Geld schließlich zu Unternehmen in Trinidad und Tobago sowie auch auf die Privatkonten von Warner. Warner zahlt an den Mitverschwörer eine Summe von mehr als 750.000 Euro.

Das Internet eröffnet neue Dimensionen der Geldwäsche

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Doch nicht nur die großen Funktionäre „waschen“ Gelder, sondern die organisierte Kriminalität nutzt auch die Sportwetten in einem immer größer werdenden Ausmaß um „dreckiges Geld“ „sauber zu waschen“. So werden mehr als 100 Milliarden Euro pro Jahr über Sportwetten „sauber“ gewaschen. Dabei sind vor allem Fußball und auch Cricket stark von der Wettmanipulation betroffen. So hat es allein in 2013 einer Untersuchung zufolge mutmaßlich „Hunderte oder sogar tausende“ Betrugsfälle gegeben.

Fußball-Weltmeisterschaft 2010 – Wikipedia

Die Geldwäsche mit Fußballspielen was last modified: Februar 9th, 2017 by Birgit