Der Verdienst der Buchmacher: Was ist das Arbitragegeschäft?

Die Arbitragen Wetten sind mittlerweile keine Seltenheit mehr. Der Begriff Arbitrage stammt aus der Finanzwelt und ist in erster Linie im Devisenhandel zu finden. Für den Sportwetter, der somit dauerhaft mit seinen Online Wetten Gewinne erzielen möchte, kann es jedoch lohnenswert sein, sich mit diesem Thema einfach genauer zu befassen. Schließlich betrifft das Arbitrage Geschäft nicht nur den Buchmacher selbst, sondern auch den Sportwetter selbst. Im Bereich der Sportwetten ist das Arbitrage Geschäft ebenfalls als wichtiges Konzept möglich. Ziel der Wetten ist es schließlich, dass man sich die Quotenschwankungen bei den Buchmachern zunutze macht. Das ganze kann auch ohne jegliches Risiko funktionieren. Was zunächst für die meisten Sportwetter wohl nach einem Märchen klingt, erfordert allerdings Fachwissen und auch ein wenig Recherche.

Wir haben uns daher genauer mit diesen Fakten befasst, um Ihnen die Arbitragen Wetten und das gesamte Geschäft etwas näher zu bringen.

 

Arbitragegeschäft

 

Worum handelt es sich bei den Arbitragen Wetten eigentlich?

Der Begriff Arbitrage stammt aus dem Französischen und beschreibt einfach die Möglichkeit, unterschiedliche Preise für ein und dieselbe Ware zu benutzen. Bezogen auf die von uns angesprochenen Sportwetten handelt es sich hierbei um eine gute Strategie, bei welcher die Unterschiede zwischen den Wettquoten und verschiedenen Buchmachern gewinnbringend eingesetzt werden können. Der Sinn dieser Wetten liegt darin, durch die Preis – und Quotenunterschiede nach Abschluss einer Sportwette einen entsprechenden Gewinn erzielen zu können. Doch wie funktioniert das ganze? Sind die Wetten mit einem sicheren Gewinn möglich?

Bei der Platzierung von einer Arbitragen Wette macht sich der Tipper somit mit den natürlichen und temporären Schwankungen dort vertraut und machen sich diese zu nutze. Die Buchmacher hingegen stellen die unterschiedlichsten Überlegungen in dem Bereich an. Dabei werden unter anderem die veränderten Leistungsstärken, die Verletzungen der Spieler und gleichzeitig auch die aktuellen Ergebnisse mit einbezogen. Gelegentlich geht es sogar um das Bauchgefühl des Buchmachers. Dies macht es in den meisten Fällen zur Regel, dass die angesetzten Wettquoten bis zum Start einer Partie steigen, als auch fallen können. Besonders extrem kann sich dies somit auch in den Livewetten erkennen lassen. Demnach führt dies permanent zu Änderungen in den Wettquoten.

Wie sieht das Konzept der Arbitragen Wette aus?

Das Konzept der Arbitragen Wetten liegt generell darin, dass die Veränderungen und auch Entwicklungen auf dem Wettmarkt sehr früh, dass bedeutet somit frühzeitig erkannt werden und auf diese Art und Weise Effekte erzielt werden. Natürlich werden auf demselben Event bei den unterschiedlichsten Buchmachern auch verschiedene Tipps abgegeben. Durch die abweichenden Wettquoten wird einem ein Plus auf dem Wettkonto versprochen, ohne das man weiß, wie das jeweilige Endergebnis aussehen wird.

Ein Beispiel für die Arbitragen Wetten gibt es unter anderem auch im Tennis. Am einfachsten kann man das Konzept dementsprechend anhand verschiedener Praxisbeispiele erläutern. Ein Beispiel dafür ist folgendes:

Nimmt man ein Tennismatch zwischen den beiden Spielern Raffael Nadal und Roger Federer. Der Buchmacher schreibt eine Quote, im Falle eines Sieges des Spaniers von 1,5. Dagegen liegt eine Quote im Falle eines Federer Sieges bei 3,65. Um mit einer Arbitragen Wette nun erfolgreich zu sein, wird der Wetteinsatz des Tippers einfach aufgeteilt. Wer daher einen Gesamtbetrag von 940,64 Euro setzt wird einfach 666,67 Euro auf einen Sieg für Nadal setzen. Die restlichen 273,97 Euro investiert man dann auf den Siegertipp von Federer. In diesem Fall kommt es zu zwei unabhängig vom Endergebnis des Spieles zu einem Gewinn, der dann wie folgt aussehen kann.

  • sollte Raffael Nadal gewinnen kann der Sportwetter beim ersten Buchmacher einen Gewinn von knapp 1000 Euro erzielen. Dieser lässt sich aus der Quote von 1,5×666,67 ermitteln. Natürlich müssen hiervon noch die verlorene Wette des zweiten Buchmachers, sowie auch der Wetteinsatz abgezogen werden. Das bedeutet dann folgende Rechnung: 1000-94,64 = 59,36. Der Reingewinn bei dieser Wette beträgt dann nur 59,36 Euro.
  • Sollte es zu einem Sieg auf Federer kommen gewinnt Buchmacher 2 ebenfalls 1000 Euro. Dieser lässt sich aus dem 3,65×273,97 berechnen. Zieht man hierbei wieder die verlorene Wette von Buchmacher 1 ab und auch den eigentlichen Wetteinsatz ergibt sich ebenfalls ein Reingewinn von 59,63 Euro.

 

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Unabhängig davon, wie sich die beiden Konkurrenten somit schlagen ergibt sich auf dem eigenen Wettkonto auf jeden Fall ein Gewinn. So gesehen, kann man die Arbitragen Wetten dahingehend als sehr risikofrei bezeichnen. Das Problem dabei ist allerdings: Wie lassen sich diese Wetten finden und auf was muss geachtet werden?

Die richtigen Chancen erkennen

Um bei den Arbitragen Wetten somit erfolgreich zu sein ist es wichtig, dass der Tipper rasch handeln kann. Dies liegt an den ständigen Veränderungen der Quoten bei den Online Wetten. Es ergibt sich dahingehend generell nur ein sehr kurzes Zeitfenster, in dem man somit eine sichere Wette erhalten kann.

Die Basis hierfür ist dementsprechend ein sehr umfassender Wettquotenvergleich. Hierzu gibt es weiterhin verschiedene Tools, welche bei der Suche der richtigen Wettquote hilfreich sein können. Um die Tendenzen und Schwankungen somit erkennen zu können ist es eher ratsam, dass man die Wettquoten der verschiedenen Buchmacher über einen deutlich längeren Zeitraum miteinander vergleicht. Besteht dann der Verdacht, dass es sich um eine Arbitrage Wette handeln könnte, kann eine einfache Berechnung erfolgen, die somit Gewissheit schaffen wird. Diese Rechnung sieht wie folgt aus:

Der Wert der Arbitragen Wette = 1/Quote 1 + 1/Quote 2. In dem Fall gibt es ebenfalls ein Beispiel, welches man dahingehend verwenden kann. Bei einem Fußballspiel unter anderem liegt die Quote oftmals für mehr als 2,5 Tore beim ersten Buchmacher bei knapp 2,0. Ein anderer Sportwetten Anbieter wiederum hat einen Spielausgang mit weniger als 2,5 Toren mit einer Wettquote von 2,1 in seinem Programm. Anhand der genannten Formel würde eine Berechnung dann folgendermaßen aussehen: 1/ 2,00 + 1 / 2,10 = 0,976. Ergibt sich aus einer solchen Berechnung eine Zahl, die kleiner als 1 ist, bleibt für den Sportwetter in jedem Fall noch ein Gewinn übrig. Bei dem obigen Beispiel würden dann 2,3 Prozent des Einsatzes anfallen. Das bedeutet: 1 – 0,976 = 0,023.

Wie teile ich den Wetteinsatz dann richtig auf?

Sobald daher die passende Arbitrage Wette in dem Bereich gefunden wurde stellt sich letztendlich nur noch die Frage, wie man den eigenen Wetteinsatz dort am besten aufteilen kann. Die optimale Aufteilung lässt sich weiterhin mit einer entsprechenden Formel ermitteln, die man dann anwenden kann. Folgende Rechnung lässt sich daher ermitteln:

Der Einsatz für den Tipp = gewünschte Auszahlung / Wettquote 1 bzw. 2

Diese Berechnung lässt sich auch weiterhin anhand eines idealen Beispiels erläutern, um Ihnen einen kleinen Einblick zu bieten, wie das ganze funktionieren kann.
Nimmt man somit einen Betrag von 100 Euro und möchte den einsetzen, ergibt sich daraus ein Einsatz von 50 Euro (100/2) auf die Torwette mit mehr als 2,5 Toren. Für den Tipp mit weniger als 2,5 Toren werden dann die 47,60 Euro eingesetzt ( 100/2,1). Bei einer solchen Verteilung der Einsätze kann man sich als Sportwetter schließlich bei jeder beliebigen Anzahl der erzielten Tore freuen. Für beide Wetten wird somit ein Gesamteinsatz von 97,60 Euro eingesetzt. Der Gewinn wiederum beträgt in dem Bereich in jedem Falle 100 Euro.

Gibt es eigentlich Nachteile bei den Arbitragen Wetten?

Wie bereits am Anfang des Artikels erwähnt, sind die Arbitragen Wetten generell ein wichtiges Konzept, bei dem es in jedem Fall zu einem Gewinn kommen wird. Dennoch gibt es auch bei dieser Strategie einige Punkte, die man beachten sollte. Die Unsicherheit ist in dem Bereich ebenfalls bei vielen gegeben, die sich das erste Mal mit dem Arbitragen Geschäft befassen.

Der sehr hohe Wetteinsatz, den man hierbei platzieren muss ist oftmals einer der Gründe, weshalb sich viele nicht trauen diese Wetten abzuschließen. Bei den Arbitragen Wetten ist ein hoher Einsatz allerdings mehr als wichtig. Des Weiteren benötigt man dort einen gewissen Zeitaufwand, um auch die passenden Wettquoten für sich zu finden und den eigenen Einsatz platzieren zu können, ohne ein großes Risiko dort zu erhalten.

Außerdem benötigt der Tipper in dem Bereich immer mehrere Wettkonten, die man nutzen kann. Man muss schließlich auf die verschiedenen Buchmacher schauen. Wer daher die Arbitragen Wetten spielt wird sehen, dass man sich auf mehreren Wettportalen anmelden muss, was wiederum ein klarer Vorteil für die Buchmacher ist. Dabei gilt aber auch grundsätzlich, dass man als Tipper schauen sollte ob bei dem gewünschten Buchmacher gleichzeitig auch die Arbitragen Wetten zur Verfügung stehen. Je mehr höhere Quotenunterschiede man für sich entdeckt, desto mehr kann man mit dem System erreichen. Daher sollte man sich allemal einen Überblick verschaffen.

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Ein weiterer wichtiger Faktor ist weiterhin das relativ kurze Zeitfenster. Hat man sich daher nach einer intensiven Suche mit den passenden Arbitragen Wetten befasst, muss man als Tipper auch möglichst schnell handeln. Die aktuellen Quoten der Buchmacher können sich jederzeit verändern, sodass bei der eigentlichen Wettabgabe nur ein sehr geringes Zeitfenster gegeben ist. Das eigentliche Risiko liegt bei diesen Wetten schließlich darin, dass diese Wettart somit eher in den zeitlichen Ressourcen liegt. Buchmacher passen die eigenen Risikobewertungen daher laufend an. Es kann daher sein, dass eine Arbitrage gerade einmal 15 Minuten dauernd kann. In dem Fall können somit auch die Arbitragen Softwaresysteme hilfreich sein, um sich die wichtigsten Informationen rausholen zu können.

Gleichzeitig spielt die Wettsteuer dahingehend eine wichtige Rolle. Diese wurde im Jahr 2012 eingeführt und macht die Arbitragen Wetten zu einem eher schwierigen Unterfangen. Aufgrund der geringen Quotenunterschiede ergibt sich im Vergleich zum eigenen Einsatz nur ein sehr niedriger Gewinn. Leider kann dieser dann durch die 5 Prozent Wettsteuer einfach aufgefressen werden. Es gibt jedoch einige Buchmacher, bei denen die Wettsteuer heute nicht fällig ist, sodass man als Tipper dort kinderleicht die Arbitragen Wetten abschließen kann.

Das klare Fazit zu den Arbitragen Wetten

In der Gesamtbetrachtung sind die Arbitragen Wetten eine Strategie, welche sich auf die Fehler und ungenauen Einschätzungen der Wettanbieter, sowie auf auf die Schwankungen des Marktes bezieht. Diese Strategie wird bereits genutzt, seit es Buchmacher gibt. Vor allem aber auch seit die Sportwetten bis heute noch eine wahre Freizeitbeschäftigung sind. Das Angebot der verschiedenen Online Sportwetten ermöglicht es schließlich, dass man die Quoten schnell gegenüberstellen kann und gleichzeitig auch rasch handeln wird. Auf den anderen Seite kann man auch die starken Einschränkungen auf der zeitlichen Ebene beachten. Dies unterliegt schließlich allemal dem Interesse des Buchmachers selbst. Dieser will schließlich die Wettquoten nach Möglichkeit den aktuellen Veränderungen anpassten und schauen, dass man die Arbitragen Wetten reduzieren kann. Der Buchmacher selbst verdient mit dem Arbitragengeschäft schließlich nicht viel. Für den Tipper ist es einfach der reine Nervenkitzel, den er weiterhin durch das risikofreie Wetten erleben kann.

Der Verdienst der Buchmacher: Was ist das Arbitragegeschäft? was last modified: Januar 20th, 2017 by Birgit