Wie erkenne ich Wettbetrug?

In diversen Foren oder allgemein in den News kann immer wieder über die „Fixed Games“ also die manipulierten Spiele gelesen werden. Das bedeutet, dass bei diesem Spielen der Ausgang manipuliert ist und bereits vor dem Spiel der Gewinner feststeht.

  • Doch dabei müssen einige Dinge beachtet werden:

1. Auch wenn das Spiel offiziell als „fixed“ bezeichnet wird, so gibt es keine Garantie, dass der Endstand mit dem, der erhofft wird, übereinstimmt. Denn es sind im Fußball schon die ungewöhnlichsten Treffer erzielt worden. So kann beispielsweise ein Abstoß aufgrund von einer Windbö zurück und auch Eigentore finden sich immer wieder auf Youtube, über die die ganze Welt lacht.

2. Der Ausdruck „Fake Drop“ ist die umgangssprachliche Bezeichnung für ein vermutetes „Fixed Game“, das letztendlich mit einem anderen Resultat endet. Allerdings passt dieser Ausdruck nur dann, wenn dieses Spiel gar keinem Manipulationsversuch unterlag. Diese sogenannten „Fake Drops“ kommen häufiger vor, als man denkt und so kam es beispielsweise in der italienischen Liga in der Saison 2009/2010 zu verwirrenden Ergebnissen.
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Manipulationen können nie sicher erkannt werden

Das Thema Wettmanipulation ist insbesondere durch die Medien ins Rampenlicht gerückt durch den Fall Robert Hoyzer. Sicherlich steht es außer Frage, dass jeder etwas dafür tun muss, dass die Integrität des Sports gewahrt werden kann – doch insbesondere stehen hier die Wettanbieter und die großen Sportverbände in der Pflicht.

  • Wie gehen die Wettanbieter gegen Wettmanipulation vor?

Als Reaktion auf den Fall Hoyzer wurde mit dem „Wettradar“ ein Frühwarnsystem in Zusammenarbeit mit der DFL, dem DFB und den Wettanbietern geschaffen. Dieses System vergleicht alle gelisteten Spiele aus dem Wettangebot der beteiligten Wettanbieter und meldet Auffälligkeiten. Somit haben die Wettbüros und die Sportverbände die Möglichkeit, frühzeitig auf eine mögliche Wettmanipulation zu reagieren.

Das Early Warning System (EWS) der FIFA ist ein weiteres Frühwarnsystem. Auch dieses vergleicht die Partien, ähnlich wie der Wettradar, doch hier werden die weltweiten Begegnungen in Zusammenarbeit mit hunderten von Wettanbietern aufgezeichnet und überprüft. Selbstverständlich können angezeigte Unregelmäßigkeiten niemals ein Beweis dafür sein, dass ein Spiel manipuliert wird oder ist, sondern sie dienen lediglich als Hinweis. Somit können dann auffällige Fälle näher betrachtet und untersucht werden.

Nun besteht weiter die Frage: Woran kann erkannt werden, dass ein Spiel auf das gewettet werden soll, geschoben ist oder nicht? – Die klare Antwort: GARNICHT! – Das bedeutet, dass es nicht möglich ist, ob in einem Spiel bereits das Endergebnis bei den Manipulatoren bekannt ist. Sicherlich lassen es viele verwirrende Quotenverläufe zu, auf eine Schiebung zu plädieren, doch immer wieder kommt es zu den sogenannten „Fake Drops“, wo das Spiel dann anders endet als erwartet. Für diese Situation könnte ein nicht unwesentlicher Grund infrage kommen: Ein bekannter User hat in den Foren ein Spiel für „verkauft“ gemeldet, um selbst damit einen größeren Erfolg zu erzielen. Im Allgemeinen sind solche Spiele immer dazu geeignet um eine Wette zu platzieren, wobei es keine Rolle spielt ob es „gefaked“ ist oder nicht. Nur sollte nicht allzu viel Geld platziert werden, denn diverse Spiele, die über diese Kennzeichen verfügen, sind bekannt dafür dass sich die Quoten schnell ändern und das in die verschiedensten Richtungen.

Jetzt kommt sicherlich die Frage auf ob es auch in Deutschland zu Manipulationen kommt. Aber selbstverständlich doch – denn die Deutschen sind davor ebenso immun wie andere Länder. Erinnern wir uns an Hoyzer, er zeigt, dass es auch in den deutschen Ligen möglich ist viel Geld zu verdienen.

Manipulation vermutet? – Diese Checkliste gilt es zu beachten

  • 1. Immer die Gefahr von einem „Fake Drop“ im Auge behalten

Es kommt nicht selten vor, dass besonders in der Europa League Qualifikation an einem Tag 10 bis 20 Quoten enorm absinken, doch den großen Veränderungen sollte keine zu große Beachtung beigepflichtet werden. Denn der erste Fakt ist, dass nur ein Bruchteil der Begegnungen manipuliert wird und diese zeichnen sich im Vorfeld durch einen wirklich rasanten Abschwung verzeichnen. So können Quotenveränderungen von 1,80 auf 1,20 oder der Ausfall von 2 Spielern kaum als Grund gelten für eine mögliche Manipulation, doch es werden auch viele Quoten erst in eine falsche Richtung gelenkt, die sich dann genau in das Gegenteil verwandeln. An dieser Stelle sind die Live-Wetten deutlich gewinnbringender, wenn es zu unlogischen Quotenstürzen kommt. So sinken nicht selten die Over-Quoten in den Schlussminuten, obwohl die Spielzeit immer geringer wird. Hier könnte sich dann ein Einstieg lohnen.

  • 2.Nie mit deutlich fallenden Quoten spielen

Fällt eine Quote deutlich, dann sollte niemals in Nachhinein eine Wette platziert werden. Denn der veränderte Kurs beinhaltet nur noch in den wenigsten Fällen ein langfristiges Value-Potenzial. Besser ist es direkt nachzusehen, ob ein Bookie eventuell diesen Quotensturz noch nicht mitbekommen hat. Doch dafür verbleiben in den meisten Fällen nur wenige Minuten, bis alle Anbieter des Wettmarktes entweder das betroffene Spiel aus dem Programm nehmen oder aber die Quoten angleichen.

  • 3. Niemals einen ungewöhnlich hohen Einsatz riskieren

Die Vermutung, dass eine Wettmanipulation vorliegt, verstärkt sich, wenn der Reiz auf einen größeren Einsatz vorhanden ist. Diese Tatsache kann eine gefährliche Situation zur Folge haben: Der eigene Bankroll wird gefährdet. Es kommt nicht selten zu Kursstürzen bei Fußballspielen, von denen nur wenige Informationen bekannt werden. Daher niemals von der Gier leiten lassen und den normalen „gewöhnlichen“ Einsatz vervielfachen.

  • 4. Eher die hohen Quoten nutzen

Bei den vermeintlich manipulierten Wetten entscheiden sich die meisten Sportwetter für einen sicheren Tipp. Sollte die Heimquote stark gesunken sein, erscheint eine Quote von 1,4 noch sehr sicher. Doch bei solch kleinen Wetten ist die Gefahr von „Fake Drops“ deutlich stärker zu spüren. Besser ist es, nach einem Wettanbieter zu suchen, der eventuell das HC -2 zu 4,50 anbietet oder sogar höher. Nicht selten enden manipulierte Spiele mit klaren Ergebnissen und die Gefahr von einem „Fake Drop“ ist bei einer Quote von 4,50 deutlich geringer, denn es muss nur jedes vierte Spiel richtig erkannt werden, um langfristig Gewinne zu erzielen.

  • 5. Die verschiedenen Wettmärkte zu einer Partie beobachten

Es ist kein ungewöhnliches oder seltenes Phänomen, dass Quoten, die vermeintlich miteinander verbunden sind, in den unterschiedlichsten Tendenzen sinken oder steigen. So ist es beispielsweise möglich, dass bei einem manipulierten Spiel ein HC -2,5 auf den Favoriten, von 2,40 auf eine Quote von 1,90 sinkt. Im Gegensatz dazu fällt die Quote auf das Under 3,5 gleichzeitig ebenfalls von 2,0 auf 1,80. Ein semiprofessioneller Sportwetter wird bei dieser Konstellation sofort den Endstand von 3:0 als mögliches festes Ergebnis sehen und eine Wette auf eben diesen exakten Endstand platzieren und das zu einer akzeptablen Quote. Daher müssen immer die Märkte im Auge behalten werden und dabei versuchen, unlogische Tendenzen abzuleiten, die auf eine Manipulation hinweisen könnten. In dem Beispiel, dass hier beschrieben wurde, klappte das eventuell bei jedem fünften Versuch – dabei wird die Quote für den 3:0 Endstand allerdings deutlich höher ausfallen.

  • 6.Niemals blind werden für die Sportart Fußball

In den Foren ist viel zu häufig von dem Wort „fixed“ die Rede, denn viele der Sportwetten-Fans gehen mit diesem Begriff schon sehr inflationär um. Sportwetter, die bereits mehrmals eine vermutete Spielmanipulation erlebt haben (100%ige Garantie gibt es NIE!), der findet sich schnell in dem Strudel wieder, bei dem jede falsche Entscheidung sofort den Gedanken mit sich zieht: Der Schiedsrichter hat möglicherweise bewusst die Entscheidung getroffen. Doch nicht jeder späte Elfmeter rechtfertigt, dass von einer Manipulation ausgegangen wird und auch nicht jedes Eigentor muss gleich in heftige Diskussionen ausarten. Wichtig ist, dass der Sportwetter seinen Kopf klar behält für die Gedanken an einen fairen Fußball.

Fazit zu Wettbetrug

Also unterm Strich kann niemand wirklich erkennen ob ein Spiel manipuliert ist oder nicht. Die einzige Möglichkeit für den Sportwetter zu erkennen, ob das Spiel einer Manipulation unterliegt oder nicht ist eine plötzliche und erklärliche Quotenveränderung. Sollte die Siegquote für den Favoriten plötzlich und sehr schnell fallen, dann ist hier eine Manipulation zu vermuten. Besonders bei den Freundschaftsspielen und auch in den Unterligaspielen ist das sehr häufig zu erkennen.

Doch wie soll dann darauf reagiert werden? Sollte man selbst versuchen von dem Betrug zu profitieren und auf die gefallene Quote setzen? – auf keinen Fall, denn für eine manipulierte Quote kann es zwei Ursachen geben: Das Spiel ist tatsächlich manipuliert oder aber die gefallene Quote gewinnt tatsächlich. Oder es handelt sich eventuell um einen sogenannten „Fake Drop“, bei dem nur die Quote manipuliert wird aber nicht das Spiel.

Die Frage ist, ob diese „Fake Drops“ für die Kriminellen Sinn machen. Denn sie müssen Unsummen auf Undervalue-Quoten platzieren, um diese weiter zu drücken. Das kostet doch eine Menge Geld – richtig, aber diese „Investition“ zahlt sich lohnenswert aus. Der Grund dafür ist, dass wenn es die Fake Drops nicht gäbe, dass allen Sportwettern sofort klar wäre, dass das Spiel manipuliert ist, wenn die Quoten ohne erkennbaren Grund sinken. Die Folge, niemand würde weiter gegen den manipulierten Sieger wetten und alle würden auf diesen ihre Wetten platzieren. Dann würde die Quote schnell bei 1,1 oder weniger ankommen und dann lohnt es sich auch nicht mehr für die Kriminellen.

Wie erkenne ich Wettbetrug? was last modified: Dezember 21st, 2016 by Birgit